Die Pferdehaftlichtversicherung ist eine eigene Form der allgemeinen Tierhaftpflichtversicherung. Bei einer Pferdehaftpflicht, umgangssprachlich auch als Pferdeversicherung oder als Reiterhaftpflicht bezeichnet, ist das einzelne Pferd haftpflichtversichert. Versicherungsnehmer ist der Pferdehalter als rechtsfähige Person des natürlichen Rechts. So wie er für sich selbst eine Privathaftpflicht abgeschlossen hat, so ist dieser Haftpflichtschutz mit einer Pferdehaftpflichtversicherung auf das Pferd erweitert. Damit sind Schäden versichert, die durch das Verhalten des Tieres, sei es durch dessen Verschulden oder Verursachen, einem Dritten zugefügt werden. Der wendet sich an den Tierhalter, der nach § 823 BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches, zum Ersatz des entstandenen Schadens verpflichtet ist.

Die Pferdehaftpflichtversicherung ist, so wie andere auch, eine buchstäblich lebende Versicherung. Damit wird ausgedrückt, dass die Pferdeversicherung den jeweils aktuellen Gegebenheiten angepasst werden muss. Der Vertrag über die Pferdehaftpflicht muss von Zeit zu Zeit auf seine Aktualität hin überprüft und bei Bedarf ergänzt werden. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Anlässe. Einer von ihnen ist Tod oder Abgabe des Pferdes, ein anderer der geänderte, erweiterte Personenkreis.

Bei personenbezogenen Versicherungen endet der Vertag mit dem Ableben des Versicherungsnehmers. Beim versicherten Pferd ist es ebenso. Die Grundlage für die Versicherung, nämlich das lebende Tier, entfällt. Darüber muss der Versicherer informiert werden, damit er den Vertrag beenden kann. Ähnlich ist es bei der Abgabe des Pferdes, beispielsweise durch eine Schenkung oder durch den Verkauf. Das Pferd wechselt den Halter, und damit wechselt auch die Fürsorgepflicht für das Tier. Der neue Pferdehalter kann und muss für sich entscheiden, ob er als Versicherungsnehmer das Tier haftpflichtversichern möchte. Der bisherige Vertrag regelt das Versicherungsende bei einem Wechsel des Pferdehalters. In beiden Fällen muss der Versicherungsnehmer die Vertragsbeendigung nachweisen. Beim Tod des Tieres ist es eine Bestätigung des Tierarztes, bei der Abgabe des Pferdes die Schenkungsurkunde oder der Kaufvertrag.

Eine mögliche Änderung des erweiterten Personenkreises mit Reitern und Trainern, mit Hütern von fremden Pferden in einem gemeinsamen Mietstall oder mit anderen Reitbeteiligungen sollte regelmäßig, das heißt einmal jährlich überprüft werden. Die Reiterhaftpflichtversicherung bezieht sich immer auf das einzelne Tier; mehrere Pferde müssen einzeln versichert oder jedes für sich in einer Versicherung zusammengefasst werden. Mitversichert ist jeweils das Fohlen bis zu einem bestimmten Lebensalter, das im Versicherungsvertrag festgelegt ist. Wird das überschritten, dann muss das Fohlen als weiteres, eigenständiges Pferd ebenfalls versichert werden. Und auch für dieses Tier muss ein erweiterter Personenkreis definiert werden.

In der Regel wird der Versicherungsbeitrag einmal jährlich als Jahresbeitrag bezahlt. Die Prämienrechnung sollte der Anlass für den Pferdehalter zu einer Überprüfung und Aktualisierung seiner Reiterhaftpflichtversicherung sein. Der Versicherer reagiert, während der Pferdehalter agieren, also aktiv werden muss. Jede Neuerung, jede Änderung beziehungsweise Ergänzung im Umfeld oder im Lebensalltag des Pferdes sollte, sie muss der Versicherung gemeldet werden. Nur dann ist ein optimaler Haftpflichtschutz gegeben. Der Versicherungsgeber stellt sich auf den Standpunkt, dass er nur das leisten kann, was im Versicherungsvertrag steht. Wenn der nicht mehr aktuell oder lückenhaft ist, dann hat das im Schadensfall direkte Auswirkung auf die Schadensregulierung. Anerkannte Schäden, die nicht von der Versicherung übernommen werden, müssen vom Pferdehalter selbst, also privat beglichen werden.

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