In der Pferdehaftpflichtversicherung kann es im Laufe von mehreren Jahren gute Gründe geben, um versicherungsrelevante Daten zu ändern, zu ergänzen oder zu erneuern. Und wenn in finanziell schwierigen Zeiten buchstäblich an jedem Euro gespart werden muss, dann kann auch eine vorübergehende Freistellung von der Beitragspflicht infrage kommen. Sie ist oftmals eine Alternative, weil ein ordentlicher Kündigungsgrund nicht vorliegt. Wenn der Versicherer einem Ruhen des Versicherungsvertrages nicht zustimmt, dann wird gerne geprüft, ob dieses Nein ein außerordentlicher Kündigungsgrund sein kann.

Wenngleich die Pferdehaftpflichtversicherung, auch als Reiterhaftpflicht bezeichnet, zu den freiwilligen Versicherungen gehört, so sollte dem Pferdehalter dennoch die Notwendigkeit bewusst sein. Sie ist ebenso wichtig wie die Privathaftpflichtversicherung. Der Tierhalter muss als Versicherungsnehmer und Vertragspartner darauf achten, dass der Versicherungsvertrag jederzeit aktuell und gültig ist. Alle versicherungsrelevanten Daten müssen up to date sein, um im Leistungsfall Probleme und Schwierigkeiten, bis hin zur Leistungsminderung, zu vermeiden. Die Versicherer machen es ihren Mitgliedern in dieser Hinsicht denkbar leicht. Denen steht, online oder in Papierform, ein Formular zur Verfügung, in dem bisher relevante durch die neuen Versicherungsdaten ersetzt werden. Was bisher gültig war, wird gestrichen und neu eingetragen. Dabei handelt es sich um solche versicherungsrelevante Daten wie persönliche Kontaktdaten oder um die Bankverbindung, nicht jedoch um vertragliche Inhalte. Dieser Service ist kostenlos.

Nicht immer ganz so einfach ist eine vorübergehende Beitragsfreistellung. Sie bedeutet eine zeitlich begrenzte Unterbrechung des Versicherungsvertrages mit den gegenseitigen Rechten und Pflichten. Der Pferdehalter zahlt in dieser Zeit keinen Versicherungsbeitrag, sein Pferd ist aber auch nicht haftpflichtversichert. Im Grunde genommen ist es ein versicherungsloser Zustand. Der Vorteil ist darin zu sehen, keine Versicherungsbeiträge zahlen zu müssen, obwohl die Pferdehaftpflicht noch gar nicht kündbar ist. Der Versicherer verliert „außer der Reihe“ einen Beitragszahler. Das soll möglichst selten vorkommen. Daher machen sich die Versicherungsgesellschaften ihre Zustimmung nicht einfach. Wenn sie Ja sagen, dann handelt es sich um eine einseitige Kulanz auf freiwilliger Basis. Der Versicherte muss damit rechnen, dass ihm Kosten für den damit verbundenen Verwaltungsaufwand im hohen zweistelligen Eurobereich berechnet werden; die müssen auf jeden Fall gezahlt werden.

Freistellungen von der Beitragspflicht sind immer eine Vertragsänderung, der beide Vertragspartner zustimmen müssen. Sie werden schriftlich in einem Nachtrag zum Versicherungsschein festgehalten. Vom Versicherungsnehmer wird erwartet, dass er sein Anliegen gut begründet und deutlich macht, dass es sich um einen einmalige, vorübergehende Notsituation handelt, deren Ende bestenfalls schon absehbar ist. Der Versicherte kann die Ablehnung seines Antrages jedoch nicht zum Anlass nehmen, um die Pferdehaftpflicht außerordentlich, also vorzeitig zu kündigen. Das Nichtbezahlen des Versicherungsbeitrages ist ein Vertragsverstoß. Wenn überhaupt, dann würde die Versicherungsgesellschaft deswegen ihrerseits den Vertrag vorzeitig kündigen, um den Versicherungsnehmer „loszuwerden“. Der hat seinerseits jedoch keinen Rechtsanspruch darauf, von sich aus zu kündigen.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass für Beitragsfreistellungen immer das Goodwill des Versicherers notwendig ist. Der Pferdehalter muss davon ausgehen, dass dann kein Versicherungsschutz mehr besteht. Er muss abwägen, ob er einerseits dieses Risiko eingehen möchte, um andererseits einen im Verhältnis zum Schadensfall recht geringen Versicherungsbeitrag zu sparen. Ein gangbarer Mittelweg wäre die Reduzierung der Versicherungssumme und damit auch des Versicherungsbeitrages. Auch das wäre eine Vertragsänderung, die nur mit Zustimmung des Versicherers möglich ist.

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